Ibn Kathir, bekannt als Abū al-Fidāʾ Ismāʿīl ibn ʿUmar ibn Kathīr ad-Dimashqī, war einer der berühmtesten muslimischen Korankommentatoren und Historiker des 8. islamischen Jahrhunderts. Er wurde besonders durch sein Korankommentar "Tafsīr Ibn Kathīr" bekannt, der als einer der wichtigsten und weitverbreitetsten sunnitischen Korankommentare gilt. Zudem verfasste er das Werk "Al-Bidāya wa-n-Nihāya", eine umfangreiche historische Enzyklopädie, die die Weltgeschichte von der Schöpfung bis zu seiner Zeit abdeckt.
Ibn Kathir wurde 701 n.H./1301 n.Chr. in der Stadt Bosra in Syrien geboren und erhielt seine Ausbildung in Damaskus, wo er bei mehreren prominenten Gelehrten wie Ibn Taymiyya studierte. Sein Stil zeichnete sich durch wissenschaftliche Präzision und die Verwendung authentischer Überlieferungen aus, wobei er in seinem Korankommentar besonderen Wert auf den historischen Aspekt legte. Neben seinen Hauptwerken hinterließ Ibn Kathir ein reiches Erbe, das Schriften zu Hadith, islamischer Rechtswissenschaft und Glaubenslehre umfasst.
Ibn Kathir starb 774 n.H./1373 n.Chr. in Damaskus und hinterließ ein gewaltiges wissenschaftliches Vermächtnis, das bis heute in islamischen Gelehrtenkreisen studiert und bewundert wird. Seine Werke, insbesondere sein Korankommentar, gelten als grundlegende Referenzen in islamischen und orientalistischen Studien.