Jacqueline Harpman

Jacqueline Harpman war eine belgische Autorin, die 1929 in Etterbeek geboren wurde. Ihre Familie floh während des Zweiten Weltkriegs aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nach Casablanca und kehrte nach dem Krieg nach Belgien zurück. Ursprünglich strebte sie eine Karriere in der Medizin an, brach ihr Studium jedoch nach einer Tuberkulose-Erkrankung ab und wandte sich 1954 dem Schreiben zu. Ihr literarisches Debüt erfolgte 1958, was den Beginn einer produktiven Karriere markierte, die zwölf Romane umfasste. Zu ihren bemerkenswerten Erfolgen zählte der Gewinn des renommierten Médicis-Preises für eines ihrer späteren Werke.

Harpmans schriftstellerische Laufbahn verlief in zwei deutlich unterschiedlichen Phasen. Nach der Veröffentlichung von vier Romanen legte sie eine zwanzigjährige Pause ein, während der sie sich 1980 als Psychoanalytikerin qualifizierte. Als sie zum Schreiben zurückkehrte, erhielten ihre Werke große Anerkennung und zeigten ihre Vielseitigkeit in verschiedenen Genres. Ihre Romane erforschten oft psychologische Tiefe und menschliche Beziehungen, was ihren Hintergrund in Literatur und Psychoanalyse widerspiegelte. Verheiratet mit einem Architekten und Mutter von zwei Kindern, vereinte Harpman ihr Privatleben mit ihrer Doppelkarriere als Schriftstellerin und Psychoanalytikerin bis zu ihrem Tod.
Einzelromane
# Titel Jahr
1 Orlanda 1996
2 I Who Have Never Known Men 1995