Pedro Juan Gutiérrez, geboren 1950 in Matanzas, Kuba, ist ein international gefeierter Autor, dessen Werke in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er ist vor allem für seine schonungslose, halbautobiografische "Ciclo de Centro Habana"-Reihe bekannt, zu der die vielbeachteten Romane "Trilogía sucia de La Habana" (einzeln veröffentlicht als "Anclado en tierra de nadie," "Nada que hacer" und "Sabor a mí"), "El Rey de La Habana" (verfilmt von Agustí Villaronga) und "Animal tropical" gehören, das mit dem Alfonso García-Ramos-Preis ausgezeichnet wurde. Weitere bedeutende Romane wie "El insaciable hombre araña" und "Carne de perro" (Preisträger des Narrativa Sur del Mundo-Awards) festigen seinen Ruf als Meister des lateinamerikanischen dirty realism.
Gutiérrez' Schreibstil zeichnet sich durch eine ungeschminkte, schonungslose Darstellung des Lebens in Havannas marginalisierten Vierteln aus. Inspiriert von seinen vielfältigen Erfahrungen – unter anderem als Journalist, Bauarbeiter und Landarbeiter – verbinden seine Erzählungen schwarzen Humor, rohe Sexualität und Gesellschaftskritik. Oft mit Charles Bukowski verglichen, erkundet Gutiérrez Themen wie Armut, Überlebenskampf und Hedonismus durch eine tragikomische Ironie, während seine Werke gleichzeitig eine tiefe Zuneigung zur kubanischen Kultur bewahren. Titel wie "El nido de la serpiente" (Preisträger des Prix des Amériques insulaires) und der introspektive Band "Diálogo con mi sombra" demonstrieren seine literarische Bandbreite. Gutiérrez lebt in Havanna und widmet seine Zeit sowohl dem Schreiben als auch der Malerei.