Truddi Chase war eine amerikanische Autorin, die vor allem für ihre bahnbrechende Memoiren "When Rabbit Howls" (1987) bekannt wurde, in der sie ihr Leben mit dissoziativer Identitätsstörung (DIS) beschrieb. Das Buch, das sie gemeinsam mit ihrem Therapeuten Robert Phillips verfasste, bot eine schonungslose und innovative Schilderung ihres Traumas, erzählt von ihren 92 Identitäten – die sie "die Truppe" nannte. Es wurde ein wegweisendes Werk in der Literatur über psychische Gesundheit, gelobt für seine kompromisslose Ehrlichkeit und einzigartige Erzählstruktur. Chases Geschichte fand breite Resonanz, besonders nach ihrem emotionalen Auftritt 1990 in "The Oprah Winfrey Show", der nationale Aufmerksamkeit auf die Realität von Kindesmissbrauch und DIS lenkte.
Geboren in Honeoye Falls, New York, erlitt Chase schwere Misshandlungen durch ihren Stiefvater und Vernachlässigung durch ihre Mutter ab dem Alter von zwei Jahren. Mit sechzehn floh sie von zu Hause, änderte ihren Namen und baute sich ein neues Leben auf, bevor ihre dissoziativen Identitäten im Erwachsenenalter vollständig hervortraten. Im Gegensatz zu vielen Menschen mit DIS entschied sie sich gegen eine Integration ihrer Persönlichkeiten und förderte stattdessen deren Zusammenarbeit. Ihr Engagement ging über das Schreiben hinaus; sie sprach mit inhaftierten Kindesmissbrauchern und trug dazu bei, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren. Ihr Leben wurde 1990 in der ABC-Miniserie "Voices Within: The Lives of Truddi Chase" verfilmt. Chase starb 2010 und hinterließ ein Vermächtnis aus Mut und Einfühlungsvermögen, das weiterhin Überlebende inspiriert und die Popkultur beeinflusst, einschließlich der DC-Comics-Figur Crazy Jane.